Polizeieinsatz in der Brunnenstraß überzogen

 
Benedikt Lux, Mitglied im Innenausschuss, erklärt:
Mit einem Aufgebot von 600 Polizeibeamten wurden heute die BewohnerInnen des Umsonstladen und der Brunnenstraße 183 überprüft. Soviel Beamte benötigt die Berliner Polizei also, um die Personalien von 31 BewohnerInnen festzustellen und 23 Wohnungen im Haus zu durchsuchen. Wieso die Berliner Polizei mit diesem Aufgebot an den Start geht, ist vollkommen unverständlich.
Das Hausprojekt ist wichtig für den Kiez. In der Vergangenheit kam es zu keinen nennenswerten Anwohnerbeschwerden. Der Umsonstladen wird von den unterschiedlichsten Menschen genutzt. Er ist ein kreatives Projekt und gut für den sozialen Zusammenhalt in Berlin. Es ist mehr als bedauerlich, wenn weder der Hauseigentümer noch das Amtsgericht Tiergarten die wichtige Funktion des Hausprojektes berücksichtigen. Die BewohnerInnen werden so unnötig in die kriminelle Ecke gestellt.
Delikat ist auch, daß die Berliner Polizei nichts Besseres zu tunhat, als mit 600 Mann die Interessen einer Privatperson zu schützen. Seit Jahren beschwert sich die Berliner Polizei über mangelnde Ausstattung und zu wenig Personal. Dieser Einsatz zeigt einmal mehr: Es werden falsche Schwerpunkte gesetzt! Die Polizei und die Innenverwaltung werden es schwer haben, die Effektivität dieses Einsatzes zu schildern und die Kosten gegenüber den SteuerzahlerInnen zu rechtfertigen.
 
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